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der reisende
Ritter



Tagebuchaufzeichnung der Fahrt nach Portugal

mit dem "Rolling-Home"


Bei dem "Rolling-Home" handelt es sich um einen selbstgebauten Wohnwagen auf dem Fahrgestell eines Blumhardt Ackerwagen Bj. 1960 mit verbreiterten Achsen der von einem Traktor Marke Deutz D 40 Bj. 1964 gezogen wird.
(ein "Rolling-Home" entsteht)

Die Reise startete ich von Nentershausen/Waldhessen aus aber auch dorthin bin ich einige Zeit vorher von Bremen aus hin gefahren. Der Traktor wie auch der Wohnwagen sind in Bremen zugelassen und haben Bremer Kennzeichen.

Bei dem Fahrer und Besitzer handelt es sich um einen 63-jährigen Bremer Rentner der jahrelang als Sozialarbeiter in der Suchtkrankenarbeit tätig war.

20.4.2004 - 1. Tag
Die große Reise beginnt am 20.4.2004 um 10,00 Uhr in Nentershausen und führt über Bebra, Bad Hersfeld, Kirchheim und Alsfeld nach Feldatal wo die erste Etappe, der erste Tag zu Ende ging. Abends ging ich noch einmal raus, verfing mich mit dem Fuß auf der Anhängerdeichsel und fiel kopfüber runter und schlug mit dem Kopf auf die Ackerschiene vom Trecker. Der ganze Kopf war voller Blut. Ich war einer Ohnmacht nahe, sagte mir aber dass ich jetzt nicht schlappmachen dürfte, das half auch. Das linke Knie hatte auch einen Bluterguss erhalten und so ging ich dann ins Bett.

21.4. - 2. Tag
Habe die Nacht schlecht geschlafen. Ich weiß nicht was mehr weh getan hat, Kopf oder Knie. Die Haare waren punkig rot und ich nahm den Langhaarschneider und rasierte damit den ganzen Kopf. Jetzt habe ich eine Glatze. Die Fahrt ging weiter durch den Vogelsberg und den Taunus bis kurz vor Schmitten. Ich habe mir was zu Essen gekocht und bin dann immer noch mit Kopfschmerzen ins Bett gegangen.

22.4. - 3. Tag
Richtung Idstein, Wiesbaden. Durch Wiesbaden , weil die Beschilderung dürftig und die Karte ungenau war, ziemlicher Stress nicht nur für mich. Die Autoschlange hinter mir war endlos! Weiter Richtung Schlangenbad, Bad Schwalbach, Lorch am Rhein. Kurz vor Lorch angehalten um zu schlafen. Die Gegend ist wunderschön und ich finde immer mehr Gefallen an dieser Art zu reisen.

23.4. - 4. Tag
Über Lorch nach Kaub, mit der Fähre über den Rhein nach Rheinböllen. Ich wollte weiter nach Simmern und an der Mosel Richtung Luxemburg. In Rheinböllen gab es nur eine Auto-Fern-Straße die ich mit dem Trecker nicht fahren darf. Alle danach kommenden Straßen waren wegen Bauarbeiten gesperrt. Also über Bad Kreuznach nach Richtung Kaiserslautern. Hinter Bad Kreuznach Schlafplatz gesucht.

24.4. - 5. Tag
Ich bin nicht nach Kaiserslautern gefahren sondern ins Saarland und habe mir hinter Ottweiler an der B 41 einen Stellplatz gesucht und werde hier übernachten!

25.4. - 6. 7. und 8. Tag
Bin jetzt am 27.4. 21,00 Uhr südwestlich von Nancy an der D 55 Richtung Mirecourt und werde dann weiter quer durch Frankreich Richtung Orleans fahren um dann über San Sebastian nach Spanien zu reisen. Ich fahre nach Möglichkeit keine Nationalstraßen und auch nicht durch größere Städte. Ich will mir und den Autofahrern diesen Stress ersparen. Auf dem Land winken mir die Leute freundlich zu. Sie sind offenbar angetan von meinem außergewöhnlichen Gefährt. Bin auch schon öfters angesprochen worden, zweimal sogar auf deutsch. Habe mir gerade was zu Essen gemacht und werde gleich das dritte Buch anfangen. Den amerikanischen Bürgerkrieg und Sakrileg habe ich schon "verschlungen". Jetzt kommt Kongofieber dran. Wenn ich weiter in 2 Tagen ein Buch durchlese, habe ich eindeutig zu wenig zu lesen dabei!

29.4. - 9. und 10. Tag
Gestern ist nichts besonderes passiert. Heute hat in einem Dorf ein freundlicher alter Herr, der mit einem VW-Bully mit Anhänger stand, belgisches Kennzeichen, mir zugewinkt. Später hat er mich dann überholt und ist auf einen Parkplatz gefahren, ausgestiegen und hat mir durch Handzeichen gezeigt dass ich auf den Parkplatz fahren soll. Er frug ob er mich zu einer Tasse Kaffee einladen dürfe. Er sprach sehr gut deutsch. Das mit dem Kaffee gestaltete sich aber so schwierig dass ich ihn schließlich zum Kaffee einlud. Als er bei mir im Wagen saß, gestand er dass er gehofft hatte dass ich ihn zum Kaffee einladen würde, weil er meinen Wagen von innen sehen wollte. 75 Jahre alt, 6 Kinder, 16 Enkelkinder. Hat 26 Jahre in Frankreich gelebt und zieht jetzt wieder nach Belgien, weil seine Kinder es so wollen.

30.4. - 11. Tag
Heute ist es kalt und windig und es hat geregnet. Ich habe in Merzon getankt, 103 Liter für 83 Cent den Liter. Auch in Frankreich wird der Sprit immer teurer. Im vergangenen Jahr habe ich noch 10 Cent weniger bezahlt. Aber auch 83 Cent sind noch billig ( Am Supermarche ). An den normalen Tankstellen zahlt man bis zu 96 Cent. Habe in der der Nähe von Avallon in einem wunderschönen ruhigen Tal an einem Bach halt gemacht und werde hier übernachten!

1.5. - 12. Tag
Habe erst um 20,00 Uhr einen Parkplatz gefunden, kurz vor La Maschine, noch nie zuvor gehört. Ich fahre nur noch kleine Landstraßen. Die Leute winken mir alle freundlich zu. Öfters habe ich beobachtet dass Menschen die mich kommen sahen zum Haus liefen um ihre Angehörigen auf mich bzw. mein Fahrzeug aufmerksam zu machen.

2.5. - 13. Tag
Heute ist Sonntag und ich bin bis nach Limousie gekommen, einem kleinen verschlafenen Dorf. Ich habe mich auf den Parkplatz am Ende des Dorfes gestellt um zu übernachten.

3.5. - 14. Tag
Bin heute bis hinter Commentry gekommen und habe auf einem Parkplatz direkt an der Straße angehalten um zu übernachten. Es war eine etwas aufregende Fahrt. Hinter Limousie bin ich eine Abkürzung auf einer sehr schmalen Landstraße gefahren als mich ein Polizeiauto überholte. Ein Stück weiter standen sie dann auch und forderten mich durch Handzeichen auf anzuhalten, allerdings sollte ich links ran fahren. Ich tat es auch und der Polizist winkte mich immer weiter nach links. Plötzlich rutschte der Anhänger mit beiden linken Rädern in den Straßengraben. Mit meinem kleinen Trecker schaffte ich es natürlich nicht den schweren Wagen aus dem Dreck zu ziehen. Aber die Polizisten telefonierten und kurze Zeit später kam ein junger Bauer mit einem riesigen Renault-Schlepper der den Wagen raus zog. Ich habe alles fotografiert, bei allen Beteiligten per Handschlag verabschiedet und weiter gefahren.

4.5. - 15. Tag
Heute bin ich bis 9 Kilometer vor La Courtine gefahren. Mache Rast an einem großen See. Der Campingplatz nebenan ist, wie fast alle anderen auch, geschlossen. Sonst hätte ich mir mal den Luxus einer heißen Dusche gegönnt. Ich dusche immer mit einer Schüssel warmen Wasser und einer Tasse mit der ich mir das Wasser über den Kopf usw. gieße. Es ist lausig kalt hier oben im Massif Central nur 5,0 Grad plus. Hab den Ofen angemacht und mir was zu Essen gekocht. Aus einem Kilo Quark habe ich mir wieder meinen Kräuterkäse gemacht. Rezept: Quark gut abtropfen lassen, mit Kräutern der Provence und Olivenöl mischen und etwas Salz hinzu geben aber nicht zuviel. Über Nacht stehen lassen. Überschlägig sind es bis nach San Sebastian noch 500 Kilometer, wenn ich über Bordeaux fahre, was ich nicht vorhabe. Also, eher weniger.

5.5. - 16. Tag
Start um 9,00 Uhr bei 3,0 Grad plus. Dies war der bisher kälteste Tag meiner Reise, es ist auch tagsüber nicht wärmer als 5,0 Grad geworden. Ich bin mit Motorradstiefeln, dicker Jacke, Schal, Hut und Handschuhen gefahren und habe trotzdem noch gefroren. Zweimal habe ich Autofahrer gesehen die mich überholt, angehalten und fotografiert haben. Überall das Gleiche, fröhlich winkende Menschen. Ich übernachte in Marcillat la Croisell. Gerade eben 20,00 Uhr hagelt es und es sind nur noch 4,0 Grad. Ich werde über diese Reise einen ausführlichen Bericht schreiben und versuchen ihn zu veröffentlichen.

6.5. - 17. Tag
Es hat heute, wie auch gestern den ganzen Tag geregnet. Losgefahren bin ich bei 2,0 Grad. Ich habe gerade die unangenehme Entdeckung gemacht dass es reingeregnet hat, direkt in mein Bett. Werde wohl heute Nacht direkt vorne an der Wand schlafen müssen. Da ist es noch trocken! Die Menschen sind derart freundlich und hilfsbereit dass es mich fast schon beschämt. Als ich heute in Argentat am Supermarkt tanken wollte, hatte dieser gerade zur Mittagszeit zugemacht. Man konnte nur mit der französischen "Card Bancaire" tanken die ich natürlich nicht habe. So hat sich ein Herr darum gekümmert dass eine Dame, offenbar eine Angestellte des Supermarktes mit ihrer Karte kam und ich konnte tanken und habe ihr das Geld in bar gegeben. Ich wurde natürlich ausgefragt woher ich käme und wohin ich wollte. Radebrechend in allen gängigen europäischen Sprachen klappte die Verständigung. Als 18-jähriger hatte ich mal drei Monate in Südfrankreich gelebt und ganz gut französisch gelernt aber nachher alles wieder vergessen. In solchen Situationen kommt jedoch einiges wieder. Ich übernachtete vor La Bastide Murat. Es geht hier furchtbar hoch in die Berge und wenn das so weiter geht glaube ich nicht dass ich schon Sonntag in Spanien bin. Muss ich auch nicht, mich hetzt schließlich keiner.

7.5. - 18. Tag
Ich habe gestern abend erst einmal mein Bett getrocknet. Ich habe auf dem Gasherd die große Bratpfanne mit dem dicken Aluboden heiß gemacht und auf die nassen Stellen gestellt, so lange bis alles trocken war, wie ich meinte. Als ich ins Bett ging war ein Hosenbein vom Schlafanzug noch nass. Ich habe ihn trotzdem angezogen. Ich befinde mich jetzt hinter Cahors. In Cahors habe ich im Obi-Baumarkt Material gekauft um die Undichtigkeiten im Trecker- und Wagendach zu beseitigen. Als erstes habe ich das ganze Gründach vom Trecker abgerissen. Die Sedumpflanzen kamen alle auf das Wagendach und Filz und Folie habe ich herunter gerissen so dass nur noch die Dachpappe übrig blieb. Wenn das Dach trocken ist kann ich es abdichten. Bis nach Spanien sind es noch 200-250 Kilometer.

8.5. - 19. Tag
Ich bin jetzt in Fleurance gelandet. Als ich auf den Parkplatz fuhr, sah ich nur Wohnwagen und weiße Transporter. Als ich stand sah ich dass dies alles Zigeuner waren die natürlich sofort alle um meinen Wagen herum standen und mich ausfragten. Der Chef begrüßte mich gleich mit Handschlag und drückte seine Hochachtung aus. Die Art wie ich reise kommt offenbar auch bei Zigeunern gut an. Heute mittag hat es aufgehört zu regnen aber es ist immer noch saukalt. Jetzt habe ich drei Tage lang nur Kälte und Regen erlebt, 2,0-5,0 Grad.


9.5. - 20. Tag
Heute bin ich nur 18 Kilometer weit gekommen. Sechs Kilometer vor Auch ist der rechte Vorderreifen vom Trecker geplatzt. Es hat mich nicht gewundert, er war schon sehr porös und voller Risse. Aber hier in Preignan stehe ich nur 500 Meter von einer Reifenwerkstatt entfernt. Nur blöd dass es am Sonntagmittag passieren musste. Ich bin mit dem Moped ein bisschen rumgefahren und habe mir die Gegend angeschaut. Ich wollte telefonieren, weil seit gestern mein Handy nicht mehr funktioniert aber die Telefonzellen sind nur mit Kartentelefonen ausgestattet und ich habe keine Telefonkarte. Eurocard macht zwar Werbung dass man mit dieser Karte auch telefonieren kann aber in Frankreich geht es nicht, jedenfalls nicht in den Telefonzellen die ich gefunden habe. Später in Portugal ging es problemlos von jeder Telefonzelle aus. Ich habe dann noch das Treckerdach abgedichtet und mir was zu Essen gemacht. Auch diesen Abend, wie jeden, mit Lesen verbracht.

10.5. - 21. Tag
Um 8,00 Uhr bin ich zu der Reifenwerkstatt gefahren die aber erst um 8,30 Uhr aufmachte. Der Herr war alles Andere als hilfsbereit. Er gab mir lediglich zu verstehen dass er die Reifen nicht hätte und auch nicht besorgen könne. Als ich ihn fragte ob der in einiger Entfernung auf der anderen Straßenseite liegende Landmaschinenhandel solche Reifen hätte, verneinte er, sagte aber ich solle auf seinen Kollegen warten. Dieser kam auch nach einer Stunde, schüttelte mit dem Kopf, schrieb mir die Reifengröße auf und schickte mich zu dem Landmaschinenhandel auf der anderen Straßenseite. Die waren dort außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Hatten zwar die Reifen auch nicht, gaben mir aber eine Adresse in Auch und riefen dort auch an um nachzufragen ob die Reifen vorrätig seien und bestellten mir ein Taxi. Natürlich alles kostenlos nach dem sie mich gefragt hatten ob mir der deutsche Trecker mit dem Wagen gehöre. In Auch bekam ich auch die Reifen, ich habe gleich beide neu gekauft denn der andere sah nicht besser aus als der kaputte. Die Reifen kosteten incl. Schläuchen und irgendwelchen Dingern die auf die Ventile gesteckt wurden 117.88 Euro und ich konnte sie mit Eurocard bezahlen. Als ich zurück zu dieser famosen Werkstatt kam, erklärte man mir dass sie die Räder nicht abmontieren könnten. Da ich aber voll ausgestattet bin habe ich die Räder selbst abgebaut. Als die Räder ab waren und nur noch die neuen Reifen montiert werden mussten, erklärte mir der freundliche junge Mann dass jetzt Mittagspause wäre und er in zwei Stunden wieder käme. Auch dies hat mich nicht erschüttert, ich habe mich in meinen Wagen gesetzt und mir auch etwas gekocht. Nach zweieinhalb Stunden kam endlich der Herr der meine Reifen aufziehen konnte. Das hat dann noch mal 15.- Euro gekostet und um 15.15 Uhr konnte ich endlich weiter fahren. In Mirande habe ich beim Eco-Marche getankt. Eine rothaarige Frau winkte mir zu. Nachher traf ich sie auf dem Parkplatz wieder. Sie ist eine Deutsche die sich mit ihrem Mann hier ein Haus gekauft hat aber erst einmal mit drei Hunden hier lebt, weil ihr Mann in Deutschland noch "das Geld für die Renovierung" verdienen muss. Ein alter Mann sprach mich noch auf französisch an der von meinem Gefährt restlos begeistert war. Ich bin dann weiter gefahren und habe etwa dreißig Kilometer vor Tarbes unter Bäumen angehalten mit Blick auf die Pyrenäen und habe mir bei dieser Gelegenheit an den tiefhängenden Ästen die Hutze von meinem Ofenrohr abgerissen. Heute bin ich genau seit drei Wochen unterwegs.

11.5. - 22. Tag
Heute bin ich bis nach Bruges, südlich von Pau gefahren und habe mir endlich den Luxus erlaubt auf einen der wenigen geöffneten Campingplätze zu fahren. Dort musste ich erst einmal dem älteren Betreiber-Ehepaar, etwa in meinem Alter, erklären dass ich tatsächlich aus Deutschland und Bremen komme und meinen Traktor und Wagen zeigen. Sie wollten auch genau wissen welche Strecke ich gefahren bin. Es hat ihnen sehr imponiert, vor Allem dass ich im fortgeschrittenen Alter von dreiundsechzig Jahren noch solche Touren unternehme. Auf dem Campingplatz habe ich erst einmal meine Wassertanks aufgefüllt und die Leckstellen am Dach abgedichtet damit es nicht mehr in mein Bett regnen kann. Dann bin ich duschen gegangen. Das Wasser war anfangs so heiß dass ich mich verbrüht hätte, hätte ich darunter gestanden. Es wurde aber schnell kalt und außerdem musste ich die ganze Zeit eine Hand auf den Knopf halten damit das Wasser auch lief. Wie das halt auf französischen Campingplätzen üblich ist und ich es schon oft erlebt habe. Auf einem Campingplatz in der Vende auf dem ich als Student des Öfteren war, blieb das Wasser meistens ganz weg, wenn man sich gerade eingeseift hatte. Nachher pendelte sich das Mischverhältnis ein und ich fühlte mich richtig sauber. Ich habe meine Schwester noch angerufen, ich war mittlerweile im Besitz einer Telefonkarte und sie gebeten sich um die Freischaltung meines Handys zu kümmern.

12.5. - 23. Tag
Gegen 5.00 Uhr wachte ich durch ein gleichmäßig, monotones Geräusch auf. Es regnete wieder in mein Bett. Da dies aber nur die äußerste Kante betraf, drehte ich mich um und schlief weiter. Vor, während und nach dem Frühstück wandte ich wieder die "Bratpfannen-Methode" an um mein Bett zu trocknen. Ich fuhr weiter um dann zwischen Aramtes und Tardets auf einem Parkplatz zu übernachten. Es regnete den ganzen Tag und auch die ganze Nacht. Auf der Strecke, einer schmalen Landstraße in den Pyrenäen kam mir ein großer LkW entgegen der nicht zur Seite fuhr, ich musste auf den Seitenstreifen ausweichen und saß prompt fest. Der Randstreifen bestand durch den vielen Regen nur aus lockerer Erde und einen halben Meter weiter ging es steil bergab, außerdem befand ich mich auf einer Steigung. Eine etwas unangenehme Situation zumal es keine Leitplanke gab. Mit der üblichen Methode, zurücksetzen und wieder vorfahren kam ich nicht frei. Mit meinem Klappspaten schaufelte ich die Räder frei und mit dem ersten Gang und Sperrdifferenzial bekam ich den Wagen nach einer halben Stunde wieder flott. An dem Übernachtungsplatz habe ich mich, trotz Regen, aufs Wagendach begeben und an den neuralgischen Stellen die Erde weggeschippt, die Folie aufgeschnitten und weggeklappt und gemeinsam mit dem Filz auf Holzbalken genagelt die ich zufällig noch hatte. Danach regnete es nicht mehr ins Bett, sondern ein Tropfen fiel immer in die Spüle, was ich ungemein praktisch fand. Sobald es trocken ist kann ich die Stellen reparieren.

13.5. - 24. Tag (Donnerstag)
Ich bin in Espanha genau in Santsteban in Richtung Pamplona angekommen. Bin über zwei Pässe gefahren, einen in Frankreich 500 Meter hoch und der andere an der französisch/spanischen Grenze 572 Meter hoch. Wie ich im nachhinein feststellen konnte bin ich im Massif Central über weitaus höhere Pässe gefahren. Ich hatte mir die Überquerung der Pyrenäen problematischer vorgestellt als sie tatsächlich war. Bergab konnte ich komplett im dritten Gang ohne Gas und fast ohne zu bremsen herunter fahren. In Frankreich schien die Sonne und in Spanien regnete es. Habe mit meiner Schwester telefoniert, kann die Kündigung des Handy-Vertrages nur schriftlich aufheben. Habe ich auch gleich gemacht. Ich habe auch an meine Tochter Beate in Essen geschrieben und ihr für meinen Enkel zum 19ten Geburtstag einen Scheck über 200 Euro beigelegt. Ihn direkt anzuschreiben habe ich mittlerweile aufgegeben, er antwortet und bedankt sich sowieso nicht. Das Verhalten der Jugend ist heute offenbar anders als früher, zumindest bin ich anders erzogen worden.

14.5. - 25. Tag (Freitag)
Ich war so naiv zu glauben mit 572 Metern den höchsten Berg in den Pyrenäen bezwungen zu haben. Gleich danach kam einer der war 695 Meter hoch und jetzt stehe ich hinter Oderitz auf 802 Meter Höhe. Natürlich gibt es in den Pyrenäen sehr viel höhere Pässe, ich bin auch schon in 2400 Metern Höhe über Andorra mit dem Auto gefahren aber das wollte ich meinem Trecker und vor Allem den anderen Verkehrsteilnehmern nicht zumuten. Ich vergaß offenbar dass Spanien zum großen Teil aus Gebirge besteht. Allein die Plata, die Hochebene von Burgos bis Salamanca ist 1000 Meter hoch. Immer wieder sehe ich Menschen die mir freudig zuwinken und auch etliche die extra ihr Auto anhalten um mein Gefährt zu fotografieren. Die Außentemperatur beträgt jetzt um 19,30 Uhr 8,0 Grad und ich habe den Ofen angeheizt. Im Wagen ist es mit 14,0 Grad auch nicht gerade mollig warm. Draußen laufen Pferde mit Kuhglocken um den Hals herum.

15.5. - 26. Tag
Ich stehe jetzt um 20.30 am Stadtrand von Vitoria das auf baskisch Gasteiz heißt. Das war heute eine etwas chaotische Fahrt. Die A-2140 Richtung Vitoriaendete plötzlich im Nichts, obwohl sie im Michelin-Atlas eingezeichnet war. Es gab nur eine Strecke über die Autovia die ich natürlich mit dem Trecker nicht fahren darf. Alle Leute die ich fragte wiesen mich in die Richtung Autobahn. Schließlich entdeckte ich einen winzigen Feldweg der nur bis 3,5 t zugelassen war. Mein Trecker wiegt 1,5 und der Wagen 3,5 t., macht zusammen 5 t. Aber ich dachte da es zwei Fahrzeuge sind wird jedes für sich gerechnet. Ich glaube mich auch zu erinnern so etwas vor über vierzig Jahren mal in der Fahrschule gelernt zu haben. Nun ja, der Feldweg war gerade mal so breit dass mein Wagen knapp durchpasste. Außerdem war er übersät mit riesengroßen, tiefen, wassergefüllten Schlaglöchern. Obwohl ich nur ganz langsam fuhr schlingerte der Trecker wie ein Segelboot auf der Unterweser, wenn es in den Schwall eines großen Potts kommt. Auf diesem Feldweg muss ich mit der linken Wagenseite auch an einen Baum oder einen größeren Wiederstand angestoßen sein denn nachher hatte ich einen langen und tiefen Ratscher mit gesplittertem Holz an der Seite. Dieser "Sturzacker" mündete nach zwei Kilometern in eine Asphaltstraße und ist tatsächlich die Verbindung nach Vitoria. Vorher hat mich noch ein sehr netter Herr gebeten mich und mein Gefährt fotografieren zu dürfen, was er dann auch ausführlich tat. Das Ganze fand vor dem Gebäude einer Firma mit dem Namen "Ufesa" statt von dessen Gelände der Herr auch mit seinem Wagen gerade kam. Er erklärte mir dies sei die spanische Niederlassung einer deutschen Firma sei. Habe ich jedenfalls so verstanden. Mir sind noch mehrere Autofahrer aufgefallen die extra anhielten um mich bzw. mein Gespann zu fotografieren. Es ist am Fuße der Pyrenäen sehr warm geworden und im Augenblick ist es um 21.00 Uhr noch 18,0 Grad warm.

16.5. - 27. Tag (Sonntag)
Ich stehe am Oberlauf des Rio Ebro in einem wunderschönen Tal mit unglaublich hohen, senkrecht aufsteigenden Felsen. Es ist 21.00 Uhr und die Außentemperatur beträgt 20,0 Grad. Sehr angenehm nach so vielen kalten Tagen. Gestern Abend hörte ich Stimmen direkt neben meinem Wagen und als ich raus schaute stand dort ein junges spanisches Paar mit zwei kleinen Kindern. Sie begutachteten meinen Trecker und der Mann wusste auch dass dieser vierzig Jahre alt ist. Anschließend hat er seine Frau und Kinder mit mir zusammen fotografiert und dann fuhren sie weiter. Ich habe dann den Fehler begangen und bin morgens nach Vitoria gefahren. Vitoria ist eine wunderschöne, sehr moderne Stadt mit vielen Kreuzungen und Kreisverkehren aber vollkommen ohne Hinweisschildern mit Ausnahme derer die zu den Autobahnen führen. Nach langen Suchen, ich bin dreimal durch die Innenstadt gefahren, habe ich dann die Straße gefunden die mich aus der Stadt heraus führte mit Steigungen die so steil waren dass ich in den zweiten Gang schalten musste. Im spanischen, wie auch im französischen Teil des), sind alle Ortsschilder zweisprachig. Die baskische Sprache ist eine keltische also eine germanische Sprache die kaum etwas mit spanischen, romanischen Sprache gemein hat. Baskenlandes (Euskadi) Viele Namen kamen mir vom Klang her sehr vertraut vor. Oderitz könnte auch an der Oder liegen. An der A-2625, am Fuße eines Berges kurz vor dem Rio Ebro liegt ein Ort mit dem Namen Bergüenda. Wenn das in der Schweiz oder in Österreich gewesen wäre, hätte es mich auch nicht gewundert.

17.5. - 28. Tag
Ich stehe am Ortsrand von Arija mit Blick auf den Embalse del Ebro, dem See aus dem der Rio Ebro entspringt. Ich bin über einen Pass gefahren der 820 Meter hoch ist. Der Trecker schafft dies alles mit dem schweren Wagen prima aber ich muss vorsichtig fahren und das ist ganz schön anstrengend. Es ist sehr warm geworden, tagsüber ca. 28,0 Grad. Im Augenblick sind es noch 16,0 Grad um 20.45 Uhr. Die Gegend die ich durchfahren habe ist atemberaubend schön und ich hätte mir gerne einiges angesehen aber mit meinem 11,50 m langem Gefährt ist es fast unmöglich irgendwo anzuhalten, geschweige denn einen Parkplatz zu finden.

18.5. - 29. Tag
Heute vor vier Wochen bin ich in Nentershausen gestartet. Als ich heute morgen in Arija los fuhr, hatte ich vor eine kleine Nebenstraße in Richtung Aquilar zu fahren. Es kam auch ein Schild auf dem La Aquile stand und ich glaubte mich auf der richtigen Strecke. Erst einmal war die Straße wieder so steil dass ich nur im zweiten Gang fahren konnte. Oben im Ort, dessen Namen ich nicht entdecken konnte, wurde die Straße gerade und am Ende des Ortes ging sie in eine Schotterstraße über. Ein Schild besagte dass man nicht schneller als 30 km/h und nicht mit mehr als 9 t. fahren durfte. Da es keinen Abzweig gab und ich solche Schotterstraßen in Spanien schon öfters gefahren bin, machte ich mir nicht allzu viele Gedanken. Es ging bergauf und bergab in einer hinreißend schönen Gegend und plötzlich stand ich vor einem Tor das die Straße versperrte. Zurück fahren ging nicht und wenden auch nicht, weil sich auf beiden Seiten der Straße Weidezäune befanden. Die Straße war auch nur so breit wie mein Wagen und links ging es steil bergauf und rechts ebenso steil bergab. Das Tor war Gott-sei-Dank nicht abgeschlossen und ich konnte hindurch fahren. Ich befand mich in einem Wald. Eine Hirschkuh schaute mich verwundert an, lief dann aber weg. Die Straße, oder der Weg wurde so steil dass ich nur noch im zweiten Gang mit Sperrdifferenzial fahren konnte. Das kam mir nun doch ziemlich "spanisch" vor. Als dann eine Ausweichstelle kam, habe ich gewendet und bin zurück gefahren. Als ich wieder zu dem Dorf kam stellte ist fest dass dies La Aquile war. Ich bin die sehr steile Straße im zweiten Gang herunter gefahren. Nach meiner Schätzung waren dies bestimmt 20% Gefälle. Trotz zweiten Gang und voller Bremsung bin ich mehr quer als gerade runter gekommen. Zum Glück kam keiner entgegen. Als ich unten war, kam ein Müllauto entgegen. Ich musste ständig gegensteuern um auf der Straße zu bleiben. Die Gefällstrecke war nur kurz und es ist noch mal alles gut gegangen aber das war mir eine Lehre. Der Trecker ist für diesen schweren Wagen doch zu klein. Es gibt die Faustregel dass man mit dem Gang den Berg herunter fahren muss mit dem man auch hinauf fährt. Bei meinem Gespann stimmt diese Regel nicht immer. Im zweiten Gang bergab wird der Wagen schneller als der Trecker und damit unkontrollierbar. Später, bei ähnlich steilen Strecken bin ich im dritten Gang herunter gefahren und ich hatte das Fahrzeug stets unter Kontrolle. Trecker fahren hört sich leicht an, ist es aber nicht. Ich bin dann den Abzweig gefahren der auch im Reiseatlas eingetragen ist aber den Abzweig nach Aquila gab es auch hier nicht. War wohl auch besser so denn auf einer anderen Karte sah ich dass Aquila 1200 Meter hoch liegt. Die Strecke war zwar sehr schön, sie führte am Oberlauf des Rio Ebro entlang der hier kaum breiter als ein mittlerer Bach war mit vielen großen Fischen die ich von der Straße aus sehen konnte. Also bin ich auch hier wieder zurück gefahren weiter in Richtung Reinosa und von dort auf der "N-611" Richtung Palencia. Ich bin auch an Aquila vorbei gekommen und stehe jetzt ca. 10 km hinter Aquila auf dem sehr staubigen Parkplatz eines Restaurants. Jedes Mal, wenn ein LKW kommt steigen solche Staubwolken auf dass man nichts mehr sehen kann. Zwei kleine Jungs auf Fahrrädern kamen an und haben mich dreisprachig Spanisch-Englisch-Französisch ausgefragt. Nachher kam noch ein Mann mit kleinem Sohn hinzu der alles über den Trecker wissen wollte. Es kommen immer wieder Männer um sich mein seltsames Gefährt anzuschauen. Alle können es kaum glauben dass ich von Deutschland bis hierher gefahren bin. Es ist gleich 22.00 Uhr und noch 22,0 Grad warm. Der Himmel bezieht sich und ab und zu sieht man Blitze in der Ferne. Wenn es heute Nacht regnet wird sich zeigen ob mein Dach endlich dicht ist.

19.5. - 30. Tag (Mittwoch)
Da ich keinen Kalender dabei habe schreibe ich gelegentlich den Wochentag zu dem Datum. Ich kann ja niemanden fragen. Mein Telefon funktioniert immer noch nicht. Es ist jetzt 21.00 Uhr und immer noch 25,0 Grad warm. Die heutige Fahrt verlief recht eintönig. Asturien ist Flach wie ein Handtuch besteht eigentlich nur aus grünen Feldern und einigen Großmastbetrieben mit den entsprechenden Gerüchen. Unterwegs auf dem Jakobsweg habe ich zwei Fahrradfahrer aus Dinslaken getroffen die nach Santiago de Compostellawollten. Sie hatten stilecht am Gepäckträger auch die Jakobsmuschel hängen. Wir haben ein paar Worte gewechselt und sind weiter gefahren. Ich bin heute etwa 120 Kilometer gefahren und habe mir jetzt einen Stellplatz für die Nacht gesucht. Das war wieder einmal eine typische Victor-Aktion. Ich bin seitlich in einen Feldweg gefahren der getrennt von einem flachen Graben eine ebenso breite Grasnarbe hatte. Ich dachte mir da könnte ich einfach wenden und zurück fahren damit ich mit dem Trecker in Fahrtrichtung zu der Straße stehen kann. Die Grasnarbe bestand aber aus Sand oder loser Erde und prompt hatte ich mich festgefahren. Da ich mich aber nicht so schnell aus der Fassung bringen lasse habe, ich den Anhänger abgekoppelt, die Abschleppstange an Wagendeichsel und Zugmaul vom Trecker befestigt und den Wagen langsam raus gezogen. Das hört sich leichter an als es war. Jetzt musste ich aber immer noch wenden. Also bin ich geradeaus gefahren bis eine Feldauffahrt kam. Über diese bin ich dann wieder auf die Grasnarbe gefahren und an einer Stelle wo mir der parallel laufende Graben flacher erschien mit Schwung durchgefahren um auf den Weg zu kommen. Der Trecker wäre bei dieser Aktion fast umgekippt, ich habe aber schnell Gas gegeben und dadurch ist er aus dem Graben raus gekommen und fuhr wieder auf allen vier Rädern. Der Wagen kam auch gut auf den Weg und jetzt stehe ich dort wo ich hinwollte.

20.5. - 31. Tag (Donnerstag)
Der neue Tag fing genauso aufregend an wie der vorherige geendet ist. Der Trecker wollte nicht anspringen. Erst gab es ein Knattern und Rattern beim Starten und dann war Stille. Ich habe es mehrmals versucht und schließlich sprang er doch an. Was der Grund war, weiß ich nicht. Möglicherweise lag es daran dass ich mit eingelegtem Dritten Gang und getretener Kupplung gestartet habe. Tagsüber, nach zwei Pausen sprang er auch jedes Mal problemlos an allerdings war der Motor da auch immer warm. Jetzt stehe ich bei Val de Santa Maria in der Sierra de la Culebra und ca. 50 Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt auf einem Parkplatz bergab, damit ich notfalls den Trecker anrollen lassen kann. Ich habe eben Wäsche gewaschen und sie zwischen den Rückspiegeln des Treckers und dem Wagen aufgehängt. Ich habe dort entsprechende Wäscheleinen gespannt. Anschließend habe ich zum ersten Mal in meiner Dusche mit warmen, von der Sonne erwärmten Wasser geduscht. Es war eng aber es ging. Es ist jetzt 22.00 Uhr und die Außentemperatur beträgt 17.0 Grad. Ich schreibe bei Kerzenlicht, weil die Solaranlage total ausgefallen ist. Das Handy geht immer noch nicht aber morgen werde von Portugal aus alle wichtigen Gespräche erledigen.

21.5. - 32. Tag (Freitag)
Ich bin jetzt kurz hinter Miranda de Douro in Portugal und habe noch etwa 400 Kilometer vor mir. Als ich in Alcanices, kurz vor der portugiesischen Grenze Pause machte, brach ein heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Hagelschauern herein. Die Temperatur sank schlagartig von 30,0 auf 10,0 Grad. Als es sich etwas beruhigte fuhr ich weiter aber das Gewitter brach erneut los. Die Regenschauer fegten mit großer Wucht seitlich in das Treckergehäuse und ich wurde nass. Ich hielt an und zog mir die Motorrad-Regenkombi und Gummistiefel an und fuhr weiter. Der Trecker erzeugte ein heulendes Geräusch dass mir die Ohren weh taten. Es wurde ab und zu unterbrochen von einem quietschenden Pfeifen. Die Tachonadel schlug immer zwischen 10 und 20 hin und her und wenn man bedenkt dass es auf der Tachoscala nur von 5 bis 25 geht, ist das schon eine ganze Menge. Direkt an der portugiesischen Grenze hörten die Geräusche auf und die Tachonadel blieb am Anfang auf der 5 stehen. Wenn das alles war was kaputt gegangen ist, kann ich sehr zufrieden sein. Das Handy geht immer noch nicht.

22.5. - 33. Tag (Samstag)
Heute bin ich 120 Kilometer gefahren, überwiegend durch landschaftlich sehr reizvolle Gegenden. Der Norden Portugals ist doch sehr viel schöner als der Süden. Die Menschen auf der Straße, sowie die Autofahrer winken mir freundlich zu. Zweimal haben mich Männer mit Handzeichen vor einem Cafe aufgefordert stehen zu bleiben um vermutlich mit ihnen ein Bier zu trinken. Ich war versucht anzuhalten, habe es aber doch nicht gemacht. 50 Kilometer auf der N-221 waren eine "mörderische" Strecke. Die Straße war derart schlecht dass sie sogar für Portugiesen eine Zumutung ist aber eine Nationalstraße. Ich stehe jetzt 6 Kilometer hinter Barca de Alva oben auf dem Berg unter einem Eukalyptusbaum mit Blick auf den Douro und das Dourotal das langsam in der Dämmerung verschwindet und man nur noch an den Lichtern erkennen kann, wo Barca liegt. Ab Barca ist die N-221 eine sehr gut zu befahrende neue Asphaltstraße.

23.5. - 34. Tag (Sonntag)
Der Karte nach bin ich heute etwa 130 Kilometer gefahren und so fühle ich mich auch. In Figuera de Castelo Rodrigues habe ich nicht nur einen Parkplatz, sondern auch eine Telefonzelle gefunden in der ich mit Münzen telefonieren konnte. Es wäre auch mit der Eurocard gegangen aber ich wusste nicht wie es geht und die portugiesische Erläuterung konnte ich nicht lesen. Ich habe Beate, meine Tochter, erreicht, sie hat meinen Brief schon am Montag den 17.5. bekommen. Also, muss mein Brief an Debitel auch zum gleichen Zeitpunkt angekommen sein. Vielleicht wollen die mich als Kunden nicht mehr haben. Meine Schwester Karin habe ich auch angerufen aber das Gespräch wurde schnell unterbrochen, weil die Verbindung zu schlecht war. Ich wollte dann auch noch Eik auf seinem Handy hier in Portugal anrufen aber das klappte nicht. Als ich hier auf dem Parkplatz anhielt um zu übernachten, hielt gleich ein BMW-Geländewagen und ein Mann stieg aus der sich sehr für meinen Traktor interessierte. Er fragte mich nach Marke, Alter... und den Rest habe ich nicht verstanden. Eine ähnliche Begegnung hatte ich bereits schon unterwegs und gestern auch noch mal. Eine lustige Sache ist noch unterwegs passiert. Ich durchfuhr einen Ort mit furchtbar schlechter Straße als mich ein Auto mit jungen Leuten laut hupend überholte. Der Beifahrer hielt die Haube meines Ofenrohrs in der Hand. Als ich anhielt brachte er mir dieses Teil. Ich habe mich sehr bei ihm bedankt. Diese Hutze war schon am 10.5. in Frankreich abgebrochen und lag die ganze Zeit, seit über 1000 Kilometer, hinten auf der Hecktrage. Ich wollte sie unterwegs schon wieder anbringen, konnte aber die Blindnieten nicht finden und hatte aber keine Lust den ganzen "Keller" deswegen leer zu räumen. Also habe ich mir diese Arbeit für Portugal aufgehoben. Schön dass es noch so nette aufmerksame junge Menschen gibt.

24.5. - 35. Tag (Montag)
Ich stehe jetzt am Rio Ocreza bei Taberna Seca hinter Castelo Branco an der N-233. Nach Castelo Branco zu fahren war einer meiner größten Fehler während der ganzen Reise aber das wusste ich vorher nicht. Ich musste eine Strecke von 14,5 Kilometern fahren um zur N-18 zu kommen aber dies geht ausschließlich nur über die autobahnähnliche IP-1, auf der ich mit dem Trecker nicht fahren darf. Es gibt eine andere Strecke auf der ich gerade befinde die letztendlich nur ca. 20 Kilometer länger ist aber viele Steigungen und Gefällstrecken hat. Die viel größere Schwierigkeit besteht, ähnlich wie in Vitoria, darin diese Strecke überhaupt zu finden. Denn in Castelo Branco, ich war immer versucht es Castrop Rauxel zu nennen, gibt es so gut wie keine Hinweisschilder. So bin ich einfach "auf gut Glück" durch die Stadt gefahren. Einmal bin ich am Ende einer Straße mitten in einer Schafherde gelandet. Der Schäfer hat ganz schön dumm geguckt. Diverse andere Straßen habe ich erkundet, die aber auch immer nur in einer Sackgasse endeten. Man muss dazu wissen das Castelo Branco im portugiesisch/spanischen Grenzgebirge liegt. Die wenigen Hinweisschilder zeigten immer nur Autobahn, IP-1 oder Spanien an. Ich war schon versucht über Alcantara in Spanien zu fahren als ich ein Hinweisschild nach Pampilhosa einer Parallelstrecke zu der jetzigen sah. Also bin ich in diese Richtung gefahren in der Hoffnung eine Querverbindung zur N-233 zu finden. Diese N-112 hätte ich auch fahren können, es wäre aber ein Umweg von 115 Kilometern im Gebirge gewesen. Also bin ich nach bewährtem Muster einfach einen unbefestigten Feldweg rein gefahren der so schlecht wurde dass ich ihn streckenweise nur im zweiten Gang mit Sperrdifferenzial fahren konnte, es standen aber hin und wieder auch Häuser an dieser Straße, so verkehrt konnte es also nicht sein. Die Straße wurde besser. Es kam eine Unterführung ohne Höhenangabe aber nach Augenschein passte ich durch, wie es dem dann auch so war. Es ging weiter sehr steil bergab mit einer unglaublich scharfen Rechtskurve die ich kaum geschafft hätte aber die richtige Richtung war wie sich im nachhinein herausstellte. Ich bog also links ab und sofort kam ein freundlicher Autofahrer der mir klarmachte dass ich da nicht fahren könne, weil da eine Unterführung sei unter der ich nicht durchpasste. Ich fragte ob ich denn da wenden könne aber er meinte da sei kein Platz und ich müsste schon rückwärts um die Kurve dem steilen Berg hoch fahren. Er stellte sich auch hin, hielt den Verkehr auf und gab mir immer die verkehrten Anweisungen zum Rückwärtsfahren. Ich bin auch kein Meister im Rückwärtsfahren mit Trecker und Anhänger aber ich habe es schon öfters geschafft, brauche aber immer viel Platz dafür. Normalerweise koppele ich den Wagen ab und hänge ihn im vorderen Zugmaul ein aber ich habe vorne das schwere Betongewicht dran und das wollte ich ungern abbauen. Im Notfall hätte ich aber auch das gemacht. Die Straße war schmal und auf beiden Seiten waren betonierte Regenabläufe die recht tief waren. Trotz heftiger Gestik und großem Verkehrsstau klappte es nicht. Ich parkte daraufhin das Gespann an der Straßenseite und sagte dem freundlichen Herrn dass ich erst einmal die Straße runter gehen will um zu gucken ob ich dort nicht doch wenden könne. Er meinte ich brauche dort erst gar nicht hin zu gehen, da sei kein Platz. Ich ging trotzdem. Die Unterführung war etwa 5 Meter hoch, mein Wagen misst 3,30 Meter und davor gab es genügend Platz zum Wenden, was ich dann auch tat. Ich bin zwar mit dem rechten Hinterrad des Wagens noch in die betonierte Regenablaufrinne gerutscht aber der Trecker hat auch dies geschafft. Als ich wieder den Berg rauf kam, war der freundliche Autofahrer weg. Er fühlte sich wohl zu sehr blamiert. Als ich dann zu meinen jetzigen Parkplatz am Fluss runter fuhr, ich hatte den Weg vorher zu Fuß erkundet, kam mir ein weißer Mercedes-Vito-Lieferwagen entgegen der nicht bereit war zurück zu setzen was für ihn eine Kleinigkeit gewesen wäre. Also musste ich auf diesem abschüssigen Schotterweg nach rechts und der Wagen machte das was er in solchen Fällen immer gerne tut, er rutschte in den Gott-sei-Dank nicht so tiefen Graben. Da es bergab ging konnte ich ihn mit dem Trecker auch wieder raus ziehen. Durch diesen Schwung bin dann auch ziemlich schlingernd den Schotterweg runter gefahren. Aber es ist alles gut gegangen und wenn ich in Vinagra bin, werde ich mal die Bremsen vom Anhänger überprüfen. Das Abenteuer Castelo Branco hat mich fünf Stunden gekostet und um einige Erfahrungen reicher gemacht. Außerdem hätte ich fast die Hecktrage verloren, weil ein Zurrgurt gerissen war. Heute abend habe ich alles wieder ordentlich gesichert. Mir kam während des "Castelo-Branco-Abenteuers" immer wieder in den Sinn ob dies nicht ein Zeichen ist dass ich dort gar nicht hin soll. Für mich stellt sich auch immer deutlicher die Frage was ich dort überhaupt soll. Sobald ich mein Haus in Sao Luis verkauft habe, werde ich mich auch von Portugal lösen und nur noch ab und zu im Urlaub hierher fahren.

25.5. - 36. Tag und letzter Abschnitt dieser Etappe
Heute vor fünf Wochen bin ich in Nentershausen gestartet und habe viel erlebt. Der heutige Tag hat in der Reihe der Erlebnisse noch einen krönenden Abschluss gebildet. Aber der Reihe nach. Ich bin morgens um 8,15 Uhr gestartet. Den Schotterweg bin ich mühsam im zweiten Gang mit Sperrdifferenzial hoch gekommen. Den richtigen Weg nach Vila-Velha-de-Rodao habe ich auch gefunden. Auf der schönen, breiten Umgehungsstraße vor Vila-Velha auf einer zehnprozentigen Gefällstrecke in einer Kurve gab es plötzlich einen lauten Knall und der rechte Hinterreifen vom Anhänger war geplatzt. Mein erster Gedanke war, "wieder so ein Zeichen dass ich nicht ankommen soll", es waren noch zehn Kilometer bis nach Vinagra. Ich habe das Gespann noch 200 Meter weiter an eine übersichtliche Stelle gefahren um dann mit der Reparatur zu beginnen. Ich habe erst einmal, wie es in Portugal Vorschrift ist mit zwei Warndreiecken, vorne und hinten, die Stelle abgesichert. Weiter habe ich die Warnweste angezogen was bei der Hitze nicht so angenehm war und erst einmal Wagenheber und Werkzeug aus dem Stauraum geholt. Erst musste ich die hintere Anhängerkupplung abbauen damit ich überhaupt an das Ersatzrad kam. Dann habe ich den Wagen mit dem großen Rangierwagenheber angehoben, das kaputte Rad abgebaut und das Ersatzrad montiert. Nachdem ich den Wagen abgelassen hatte, stellte ich fest dass auf dem Ersatzrad kaum noch Luft war. Ich habe den 12-Volt-Kompressor rausgeholt aber das Kabel reichte nicht vom Trecker bis zum hinteren Rad. Auf die Idee den Trecker abzukoppeln und hinter den Wagen zu stellen bin ich nicht gekommen. Also habe ich den Wagen wieder aufgebockt und das Rad demontiert, neben den Trecker gelegt und den Reifen aufgepumpt. Mit mehr Luft passte er natürlich nicht auf die Radnabe und ich musste den Wagen noch mehr anheben. Als er fast oben war brach plötzlich der Wagenheber weg und war ziemlich verbogen. Ich stellte eine Stahlstütze drunter und zog den Wagenheber raus. Zum Glück konnte ich ihn reparieren und beim erneuten Versuch den Wagen anzuheben klappte auch alles wie geplant. Vorsorglich verlängerte ich die Stahlstütze jeweils. Als das Ersatzrad montiert war und alles Werkzeug einschließlich der Warndreiecke verstaut war, fuhr ich weiter nach Vinagra meinem vorläufigen Ziel. Es ging auch alles gut, ich kam auch in Vinagra an und 200 Meter vor meinem Stellplatz gab es wieder einen Knall und das Ersatzrad war geplatzt. Meine Begeisterung war grenzenlos. Der Reifen war gar nicht mehr da und die völlig verbogene Felge um die der völlig verschlissene Schlauch hing hatte mehr Ähnlichkeit mit einem Eisenbahnrad, nur kleiner. Den Reifen habe ich dann zwanzig Meter zurück unversehrt gefunden, die Stelle wie gehabt gesichert und meinen Kollegen Eik gesucht und nicht gefunden. Das war seltsam, sein Auto war da und in dem Dorf wohnen nur fünf Menschen. Ich habe mich aufs Moped gesetzt und bin nach Pe da Serra dem Nachbardorf gefahren in der Hoffnung dort eine Telefonzelle zu finden damit ich ihn anrufen könnte. Aber es gab keine. Ich fuhr zurück und begann die Hecktrage abzuladen. Dies erzeugte ziemlichen Lärm und plötzlich hörte ich Eik rufen. Er war die ganze Zeit da gewesen, nur sind wir immer aneinander vorbei gelaufen, was in diesem kleinen Dorf schon eine Kunst ist. Gemeinsam haben wir das Gespann in einen Seitenweg gefahren, wo es erst einmal stehen bleiben konnte bis die neuen Reifen drauf waren. Der rechte Vorderreifen hatte auch ziemlichen Schaden genommen, weil die Quertraverse auf dem Reifen auflag und das Profil wegradiert hatte. Am nächsten Tag bin ich dann mit den kaputten Reifen zu einem Reifendienst nach Nisa gefahren und der hat mir die Felge, die noch zu reparieren war geschweißt, zwei neue Schläuche und eine gebrauchte Decke aufgezogen und für alles 25 Euro berechnet. Bei solchen Preisen braucht man nicht zu meckern.

Hier endete der erste Teil der Reise. Ich habe dann den Trecker und den Wagen auf dem vorgesehenen Platz abgestellt, weil dieser während meines Aufenthaltes auch weiterhin meine Wohnung war. Nach einigen Tagen musste ich dann auch wieder nach Bremen fahren, weil ich Anfang Juni hier einen wichtigen Termin hatte. Da mein Wohnmobil noch in Portugal stand, bin ich mit diesem nach Bremen gefahren.

Als ich dann Anfang Juli wieder nach Portugal kam, bin ich mit meinem Gespann weiter nach Sao Luis, meinem Haus gefahren, wo der Wagen jetzt auf meinem Grundstück steht und mir bis zur Fertigstellung des Hauses als Wohnung dient. Die 340 Kilometer lange Fahrt dorthin habe ich ohne große Hindernisse geschafft, wenn man zwei weiteren Reifenpannen einmal absieht. Kurz vor Evora hat mich die Polizei angehalten, meine Papiere wollten die aber gar nicht sehen sondern haben mich nur gefragt woher ich denn käme. Als ich ihnen erklärte dass ich aus Alemanha käme, wollten sie es mir nicht glauben. Ich habe dann aber auf mein Bremer Nummernschild gezeigt und ihnen erklärt dass ich die Route Alemanha-France-Espanha-Portugal gefahren war. Sie schüttelten nur ungläubig mit dem Kopf und mit einem Boa Viagem (gute Reise) durfte ich weiter fahren.

Wenn mein Haus in Sao Luis verkauft ist, werde ich mich wieder auf meinen Trecker setzen und die Reise über die Algarve-Andalusien-Mittelmeerküste-Cote d`Azur-Italien fortsetzen. Wohin mich dann die Reise allerdings führt, werde ich sehen und es gibt vielleicht einen neuen Bericht.

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Vorbereitung (im Park)

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Batterie laden auf dem Gutshof

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Das Moped muß mit

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Küchenzeile

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Im Wagen, mein Bett


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Irgendwo in Lothringen

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In Frankreich

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Unterwegs in Frankreich

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Landpartie in Frankreich

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Landgut in Frankreich

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Von der Polizei in den Strassengraben gelotst

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Der Renault-Track zieht
den Wagen aus dem Dreck

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Im Massif-Central

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Im Massif-Central

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Schöne Landschaften

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Hohe Berge

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Zigeuner als Nachbarn

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Der erste Plattfuß

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In Auch, Süd-Westfrankreich




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Pyräneenblick




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In den Pyräneen bergauf




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und bergab






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Herrlicher Blick




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Klare Bäche




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Spanien






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In Spanien am Oberlauf des Rio Ebro





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Embalse de Ebro







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Kastilien





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Asturien



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Blick auf die Sierra Cantabrica











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Sierra de la Culebra

















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Bei Miranda de Duoro in Portugal


















































































































































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Alentejo









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Mein Haus im südlichen Alentejo